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Bluthochdruck erkennen

| Richtwerte |
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt ein überhöhter Blutdruck vor, wenn die Werte über 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch steigen.

Herz und Kreislauf

Herz, Gefäße und Blut bilden zusammen das Herz-Kreislauf- System. Zentrales Organ ist das Herz, welches das Blut auch in die kleinsten Gefäße pumpt und unseren Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Innerhalb einer Minute durchfließt das gesamte Blut eines Menschen – das sind fünf bis sieben Liter – den Organismus. Durch die rhythmische Pumparbeit entsteht ein Blutstrom, der gegen die Wände der Gefäße drückt. Diese setzen dem hineindrängenden Blut einen bestimmten Widerstand entgegen. Die Pumparbeit des Herzens und der Gefäßwiderstand bestimmen den Blutdruck.

Nur regelmäßige, korrekt durchgeführte und dokumentierte Messungen liefern zuverlässige Ergebnisse und geben einen Hinweis auf krankhafte Veränderungen.

Zieht sich der Herzmuskel zusammen, steigt der Druck in den Arterien an. In dieser Phase erreicht der Blutdruck sein Maximum. Dieser obere Wert wird als systolischer Blutdruck bezeichnet. Sobald der Herzmuskel erschlafft, um sich erneut mit sauerstoffreichem Blut zu füllen, sinkt der Blutdruck auf seinen unteren Wert ab, den diastolischen. Deshalb werden bei der Blutdruckmessung immer zwei Werte angegeben – zum Beispiel 120 zu 80 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule).

Blutdruckschwankungen sind normal und in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Je nach Tageszeit, körperlicher oder seelischer Belastung steigt oder sinkt der Blutdruck. Erst bei dauerhaft erhöhten Werten spricht man von Hypertonie.


Bluthochdruck - ab wann?
Klasseneinteilung der Weltgesundheitsorganisation WHO
Klasse systolisch diastolisch
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
hoch-normal 130 - 139 85 - 89
leichte Hypertonie (Schweregrad 1) 140 - 159 90 - 99
mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2) 160 - 179 100 - 109
schwere Hypertonie (Schweregrad 3) ≥ 180 ≥ 110
isolierte systolische Hypertonie ≥ 140 < 90
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| Ständig unter Strom? |
Wer unter Dauerstress steht, versetzt den Körper in andauernde Fluchtbereitschaft. Die Folgen: Adrenalin wird ausgeschüttet und der Blutdruck steigt.

Ursachen für Bluthochdruck

Werden Sie aktiv!
Schon kleine Veränderungen des Lebensstils wirken sich positiv auf Ihren Blutdruck und damit Ihre Gesundheit aus.

Nur selten ist eine organische Erkrankung wie zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse oder ein Nierenleiden für Bluthochdruck verantwortlich. In diesen Fällen sprechen Ärzte von sekundärer Hypertonie und behandeln in erster Linie die ursprüngliche Krankheit.

Bei knapp 90 Prozent der Patienten findet sich keine direkte Ursache für den hohen Blutdruck – vielmehr ist ein ganzes Ursachenbündel für die alarmierenden Werte verantwortlich. Neben der familiären Vorbelastung kann eine Reihe anderer Risikofaktoren den sogenannten primären Bluthochdruck auslösen. Dazu gehören Übergewicht, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Stress, Rauchen, zu viel Salz und eine ungesunde Ernährung.

Symptome und Folgen von Bluthochdruck

In der Regel verursacht Bluthochdruck kein unmittelbares Krankheitsgefühl. Deshalb werden die eher unspezifischen Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Schweißausbrüche von den Betroffenen häufig als Alltagsbeschwerden verharmlost. Erst bei extrem hohem Bluthochdruck treten deutliche Warnsignale auf. Doch wenn Übelkeit und Erbrechen, Atemnot und Sehstörungen zum allgemeinen Unwohlsein hinzukommen, können Gehirn, Augen, Herz und Nieren bereits Schaden genommen haben. Suchen Sie in diesem Fall umgehend einen Arzt auf.

Ab dem 35. Lebensjahr haben Frauen und Männer alle zwei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits- Check. Diese Untersuchung dient der Früherkennung so genannter Zivilisationskrankheiten, zu denen auch Bluthochdruck zählt. Nutzen Sie dieses Angebot der Krankenkassen.

In den Industrieländern sterben heute mehr Menschen an den Folgen von Bluthochdruck als an Krebs. Allein in Deutschland sind es jedes Jahr 400 000 – das ist die Hälfte aller Todesfälle überhaupt. Da das Blut permanent mit erhöhtem Druck durch die Adern gepresst wird, kommt es zu Verletzungen an den Gefäßwänden. So entstehen Ablagerungen, die die Blutgefäße verstopfen.

Kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen, werden Herz oder Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Bei einem vollständigen Verschluss der Gefäße tritt der gefürchtete Herzinfarkt oder Schlaganfall ein.

Gefahr droht auch Augen und Nieren, da sie von sehr feinen Blutgefäßen durchzogen sind, die durch den hohen Druck besonders strapaziert werden. Im schlimmsten Fall kann unbehandelter Bluthochdruck zu völligem Nierenversagen und Erblindung führen.

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Risiko Morgenhochdruck

Wie viele Körperfunktionen wird auch der Blutdruck durch unseren Biorhythmus gesteuert. Nachts sinkt der Blutdruck auf seinen niedrigsten Wert. Das Herz-Kreislauf-System schaltet auf Sparflamme, damit wir uns erholen können. In den frühen Morgenstunden, während wir noch schlafen, steigt der Blutdruck langsam an und erreicht seine Spitze bereits vor dem Aufstehen. Nur so kommen wir auf „Betriebstemperatur“, um den Tag beginnen zu können.

Was für gesunde Menschen unproblematisch ist, kann für Bluthochdruck-Patienten bedrohliche Ausmaße annehmen. Durch die extrem hohen Werte können sich Ablagerungen von den Gefäßwänden lösen, so dass lebensgefährliche Blutgerinnsel entstehen. Zahlreiche Studien belegen, dass das Schlaganfallrisiko von Morgenhochdruck-Patienten dreimal größer ist als das von Hypertonikern, deren Blutdruck morgens nur in Maßen ansteigt. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, verdoppelt sich. Damit findet etwa ein Drittel aller Schlaganfälle und Herzinfarkte in der Zeit zwischen 6 und 12 Uhr statt. Erst danach sinkt der Blutdruck wieder.


| Erhöhtes Risiko |
Studien zufolge weisen 15 Prozent aller Hypertoniker einen überschießenden morgendlichen Blutdruck auf. Das erhöht das Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, dramatisch.

Die meisten Menschen ahnen nicht, dass sie am frühen Morgen akut gefährdet sind – sei es, weil sie überhaupt nicht wissen, dass sie unter Bluthochdruck leiden, oder weil sie bereits in Behandlung sind und sich entsprechend sicher fühlen.

Doch nicht alle blutdrucksenkenden Medikamente garantieren eine 24-stündige Wirkung. So entsteht gerade in den frühen Morgenstunden eine Behandlungslücke, die einen unkontrolliert ansteigenden Blutdruck zur Folge haben kann.

Umso wichtiger sind regelmäßige Blutdruckmessungen zu Hause – vor allem im kritischen Zeitraum. Das gilt besonders für Menschen, die familiär vorbelastet sind, an Übergewicht leiden, rauchen und sich wenig bewegen. Denn auch bei Risikopatienten ist der Hausarzt nicht zur Messung verpflichtet. Deshalb empfiehlt die neue europäische Leitlinie zur arteriellen Hypertonie seit 2007 ausdrücklich die Blutdruck-Selbstmessung. Rechtzeitig erkannt und behandelt, lässt sich das Risiko ernsthafter gesundheitlicher Folgen deutlich reduzieren. Empfohlen werden täglich drei Messungen.

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